Richi´s Lab

 

McCrypt PA-940

 

Der Verstärker McCrypt PA-940 wurde viele Jahren unter verschiedenen Markennamen als eine Art Hobby-PA-Endstufe vertrieben.

Es existieren unterschiedliche Angaben zur möglichen Ausgangsleistung. Ein Datensatz liefert folgende Werte: 2x 90W an 8Ω // 2x 135W an 4Ω // 2x 250W max.
Als PA-tauglich kann man den Verstärker wohl kaum bezeichnen, aber immerhin wurde die mögliche Ausgangsleistung realistisch angegeben.

 

Das Gehäuse ist größer ausgeführt als notwendig. Der Aufbau ist zweckmäßig.

Mittig befindet sich ein großer Transformator mit zwei 36V-Wicklungen, einer 10V- und einer 15V-Hilfswicklung.
Der altmodisch erscheinende Transformator muss in der Anschaffung wohl sehr günstig gewesen sein, da man sich sogar den Luxus einer exklusiven Sekundärwicklung für die Skalenbeleuchtung der Zeigerinstrumente gönnte.

Neben dem Transformator ist eine kleine Platine untergebracht. Darauf befinden sich die Gleichrichter für die Hilfsspannung und die Versorgungsspannung der Endstufen. Letztere glätten zwei 6800µF-Kondensatoren.
Rechts des Transformators sind im unteren Blech zwei Bohrungen zu sehen, die es vermutlich ermöglichen würden eine zweite Gleichrichter- und Glättungsplatine einzubauen. Vielleicht galt der Vorhalt einer leistungsstärkeren Variante des Verstärkers.

Die Gleichrichter- und Glättungsplatine stellt den Massesternpunkt des Verstärkers dar. Das sternförmige Massekonzept wurde sehr konsequent umgesetzt. Eine Befestigungsschraube der Gleichrichterplatine verbindet das Massepotential des Verstärkers mit dem Gehäuse. Es handelt sich um die einzige Verbindung zwischen dem Masse- und dem Gehäusepotential und damit auch mit dem Potentialausgleich der Netzleitung. Die Cinch-Signaleingänge sind vollständig vom Gehäuse isoliert, so dass sich in das Bezugspotential des Eingangssignals möglichst keine Störungen des Gehäusepotentials einkoppeln. Das Bezugspotential des Eingangssignals wird zu den Endstufen geführt, wo es mit der Masse der Endstufen verbunden ist.

 

Bei genauerer Betrachtung zeigt sich, dass die großen, seitlichen Kühlkörper zweiteilig aufgebaut sind.
Die Verstärkerplatine ist mit Distanzbolzen auf dem Kühlkörper montiert. Darunter befinden sich die Endstufentransistoren, die auf der Oberseite der Platine verlötet wurden.

 

Die Schaltung des Verstärkers ist relativ einfach aufgebaut.
Erwähnenswert ist lediglich die in diesem Gerät nicht bestückte Z-Diode an der unteren Kante der Platine. Sie würde in Kombination mit dem daneben bestückbaren Kondensator C3 und den Widerständen R8 und R9 an der linken Kante der Platine eine geregelte negative Versorgungsspannung für den Differenzverstärker am Eingang der Endstufe darstellen. Anscheinend war die Signalqualität aber auch so ausreichend.
Durch den Wegfall der Z-Dioden-Stabilisierung konnte dann auch die Anzahl der Widerstände im Emitterpfad des Differenzverstärkers von drei (R4, R8, R9) auf einen (R8) reduziert werden.

Auf der Platine befindet sich neben dem Verstärker eine Schutzschaltung, die den Lautsprecher abtrennen kann bevor Schäden durch zu hohe Ströme oder zu hohe Temperaturen auftreten können.

 

Langlöcher in der Platine sorgen für einen gewissen Toleranzausgleich, der notwendig ist, da der darunter liegende Kühlkörper aus zwei Teilen zusammengefügt ist.

Das geschwungene Layout scheint noch händisch erstellt worden zu sein.
Verzinnte Leiterbahnen sorgen an den neuralgischen Stellen für eine höhere Stromtragfähigkeit.

Die ursprüngliche Bezeichnung der Endstufe lautete anscheinend PA-150.

Auf der Rückseite der Platine befinden sich zwei NTC-Widerstände. Einer der NTC-Widerstände dient der Übertemperaturabschaltung.
Der zweite NTC-Widerstand stellt eine etwas ungewöhnliche Biasstromregelung dar. Um den Biasstrom der Endstufentransistoren über die Temperatur regeln zu können, wird üblicherweise ein Kleinsignaltransistor thermisch möglichst ideal an die Endstufentransistoren angebunden. Meist verwendet man dafür gleich den Transistor, der selbst den Biasstrom einstellt. Der NTC-Widerstand ist weniger gut an die Endstufentransistoren angebunden, scheint aber für diesen Verstärker ausreichend gewesen zu sein.

 

Wie bereits beschrieben besteht der Kühlkörper aus zwei Teilen, die über ein Blech miteinander verschraubt sind.
Auf dem Kühlkörper befinden sich die Endstufentransistoren. Es handelt sich um robuste Sanken-Modelle (2SC2922 und 2SA1216). Der Aufbau des 2SC2922 ist hier zu sehen.

Interessant ist, dass der PNP-Transistor eine höhere Stromverstärkung aufweist als der NPN-Transistor (70-140 vs. 50-100). Vermutlich kann der PNP-Treibertransistor keinen so hohen Strom liefern wie der NPN-Treibertransistor.

 

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